Die Schattenseite des Uploads oder postende Teenager.

Die Grundidee jedem Menschen die Möglichkeit zu geben das Internet als Sprachrohr zu gebrauchen war damals ein großer, grandioser Schritt hin zur virtuellen Demokratie. Und heute gibt es alleine in Deutschland Millionen Teenager die ihren emotionalen Ballast auf Portalen wie „webfail“ in Form von „Meme“ hochladen um mir die Stimmung zu verderben. Nur weil jeder etwas verfassen kann, muss er es noch lange nicht tun. Neben den ĂŒblichen Katzenfotos, Kurzgedichten und sexistischen Witzen gibt es dann noch endlose, vorpubertĂ€re Weisheiten die das Fass zum Überlaufen bringen und ich sie euch daher nicht vorenthalten möchte.

Ich habe die schlimmsten Uploads in 3 Kategorien eingeteilt:

1. „Unsere Kinder werden den Zusammenhang nie verstehen.“,

zwischen einer Musikkassette (MC) und einem Bleistift? Warum auch? Sollen wir etwa stolz auf diese antiquierte Technik sein? Ich habe es gehasst minutenlang diese blöden Dinger aufzuwickeln. MagnetbĂ€nder die beim kleinsten Knick nicht mehr funktionierten oder leierten wie ein betrunkener Pop-SĂ€nger. Ich will mir ja auch keine Geschichten von meiner Oma ĂŒber fußpedalbetriebene NĂ€hmaschinen anhören. Ich bin fĂŒr jeden technischen Fortschritt dankbar. Im Übrigen sollte man erstmal Kinder kriegen bevor man anfĂ€ngt ĂŒber sie zu reden.

2. „Ihr seid ein Kind der 80/90 wenn…“

Danke fĂŒr diese Erkenntnis. Ich brauche niemanden aus den 90ern der mir sagt, dass ich aus den 80ern bin weil ich gezwungen war etwas aus dieser Zeit zu machen. In meinem Personalausweis steht auch wie alt ich bin und zudem ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das Menschen die euren Mist lesen mĂŒssen aus zuvor geschriebenen Dekaden kommen ihr Klugscheißer.

3. „Mein soziales Netzwerk hieß ‚draußen‘.“

Und heute nicht mehr? Vielleicht weil du diesen Mist gerade im Internet postest anstatt draußen Fußball zu spielen weil es frĂŒher technisch nicht möglich war. Und was haben wir draußen ĂŒberhaupt getrieben? Wir haben nachts auf KinderspielplĂ€tzen Alkohol und Drogen ausprobiert. Und obwohl ich heute auch gerne im Netz surfe und „Facebook“ nutze, treffe ich mich immer noch gerne physisch mit Freunden aber meistens ‚drinnen‘ in einer Kneipe.

Mir ist natĂŒrlich klar, dass dieser Artikel ironischerweise meinen emotionalen Ballast wiederspiegelt aber der ist wenigstens aufrichtig und schreit nicht nach GeltungsbedĂŒrfnis. Ich werde ĂŒbrigens zukĂŒnftig diesen Text unter jedes „Meme“ posten welches den oberen Kategorien entspricht in der Hoffnung dass dieser Mist endlich abebbt.